Minister wirft den Wölfen Kinder zum Fraß vor

Seit Februar 2013 ist Stefan Wenzel (Grüne/Bündnis 90) Niedersächsischer Umweltminister.

Reinhold Beckmann führte mit ihm für seinen Film

Die Angst vor den Wölfen – wie viel Wildnis vertragen wir?[1]

ein Interview.

Beckmann stellte die Frage nach der Sicherheit, wenn – wie im Film geschildert – Wölfe in der Nähe eines Waldkindergartens gesichtet werden.

Die Antwort des Ministers ist zumindest dokumentationswürdig:

Wir haben komischerweise in der Gesellschaft ’ne Akzeptanz für dreitausend Verkehrstote jedes Jahr. Die Gefahr ist also im urbanen Bereich um ein Vielfaches höher. Die Zahl der Menschen, die durch den Wolf zu Schaden gekommen sind, die läßt sich an zwei Händen abzählen.

Eltern sorgen sich um ihre Kinder, da in der Nähe ein Wolf gesichtet wurde, und der Minister sagt ihnen, daß die Gefahr für die Kinder im Verkehr statistisch größer ist.

Also, ich kann mit Sicherheit behaupten, ich habe die nicht gewählt.

Der Wolf war auf unserem Blog immer ‚mal wieder ein Thema:
Wolf im Westen – Wolf im Osten
Wolf und Recht

  1. [1]Link zur ARD_Mediathek, dort 00:31

Väter sind doof

Vater: Da du jetzt wieder in Berlin wohnst, mußt Du Dich hier in Berlin anmelden!

Sohn: Das lohnt sich doch gar nicht. Ich werde doch nicht hier in Berlin studieren, die ZVS schickt mich bestimmt nicht nach Berlin.

Es ist wichtig, daß Du Dich anmeldest. Es geht auch um Mittelzuweisungen, etc. Außerdem verlangt das Gesetz, daß Du Dich innerhalb von 14 Tagen anmeldest.

Heute ist der 22. August 2015; der erste freie Termin bei irgendeinem der Berliner Bügerämter ist am 21. Oktober 2015. Da hat das Semester längst begonnen und ich bin weg aus dieser wunderbaren Stadt.“

ScreenShotTerminvergabe - Auswahl des Tages

Benimm Dich nicht wie ein Kleinkind, schick ein Fax mit den notwendigen Daten an das Bürgeramt.

Du hast ja keine Ahnung!

ScreenShot Anmeldung einer Wohnung - Dienstleistungen - Service Berlin

Vater: Das sind ja schlimme Zustände …

Sohn: Schlimm ist, daß diese Stadt noch nicht einmal die Ernährung und medizinische Versorgung der Flüchtlinge sicherstellen kann und diese Staatsaufgaben von Privaten übernommen werden müssen.

Kluges Kind, ich gebe einen aus.

Sicherlich findet die Behörde dann irgendwann die Zeit dafür, ein Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen meinen Sohn einzuleiten. Gegen mich bitte auch wegen psychischer Beihilfe.

Schwarze Schafe

Unfaßbar. Ich lese in einer Ermittlungsakte der Steuerfahndung

Der Steuerberaterin der Gesellschaft, Frau Susi Sorglos, ist der Aufenthalt des Rudi Ratlos nicht bekannt.
Das Steuerbüro hat seit Januar 2014 keinen Kontakt mehr zu Ratlos. Das Mandat wurde niedergelegt

Da verwechselt sich die Steuerberaterin mit einer Auskunftei. Weder darf sie Auskunft darüber erteilen, daß ihr der Aufenthalt unbekannt ist, noch, daß sie keinen Kontakt zu ihm hat. Auch die Tatsache, daß sie das Mandat beendet hat unterliegt dem Geheimnisschutz. Sie hat mitzuteilen, daß das Mandat beendet ist. Mehr nicht.

Das dürfte wohl ein Verstoß gegen § 203 StGB sein, sicher ist es aber ein erheblicher Verstoß gegen das Berufsrecht. Komisch, daß die Ermittlungsbehörden das nicht von Amts wegen verfolgen …

Parteireform statt Loch Ness

Sommerloch halt. Aber ist schon witzig wenn man einige der Vorschläge weiterdenkt:

Zuwanderer will die CDU künftig durch mehrsprachliche Materialien besser erreichen, für Menschen mit Leseschwäche soll es Materialien in leichter Sprache geben.
Quelle: 10 Ideen für Parteireform aus DER WELT

Ich hatte schon immer den Eindruck von Minderbegabten regiert zu werden. Die mit der Leseschwäche würde ich gerne im Rechtsausschuß sehen. Stellen für Germanisten sind im Bundestag rar gesät, diese Lücke könnte von Abgeordneten mit Leseschwäche gefüllt werden. Endlich Gesetze, die sich leichter lesen lassen. Oder waren die Gesetze früher besser lesbar, da die Menschen noch Latinum und Graecum besaßen?

Mehrsprachlich = Mehrsprachig?[1]

Man könnte in den Gremien Dolmetscher einsetzen, natürlich auch auf Gemeindeebene. Eine Sprache wäre deutsch. Aber die andere? Die, die mir einfallen, sprechen in dritter Generation weder deutsch noch die Sprache der Heimat ihrer Großeltern.

  1. [1] Das ist unfair, das hat der Redakteur der Welt verbockt. Im Programm heißt es „mehrsprachige“ Quelle: Bericht der Kommission „Meine CDU 2017“

Wahrheitserforschung und Netzpolitik.org und der Papst

Sommerloch und trotzdem interessiert sich keiner dafür?

Ist doch der Knall im All:

  1. Der Behördenleiter einer Bundesbehörde erstattet Strafanzeige.
  2. Der Generalbundesanwalt ermittelt aufgrund eines Anfangsverdachtes.
  3. Er gibt ein externes Gutachten in Auftrag, ob es sich um ein Staatsgeheimnis handelt, vgl. §§ 93 I, 94, 95, 96, 97 StGB.
  4. Der Bundesminister Maas stoppt den Gutachtenauftrag und sorgt für die Entlassung des GBA Range.
  5. Die Ermittlungen werden eingestellt, die Gründe nicht bekanntgemacht.

Entweder wurde ein Staatsgeheimnis veröffentlicht oder es ist kein Staatsgeheimnis. Ich möchte die Gründe wissen, die zur Entscheidung führen. Entweder es ist – oder es ist nicht. Philosophie pur. Wahrheit oder nicht.

In der Politik und der Presse scheint Konsens zu bestehen, daß es sich nicht um Staatsgeheimnisse handelte.

Wahrheit ist keine Mehrheitsfrage. Sie ist oder sie ist nicht. … Nicht der Konsens begründet die Wahrheit, sondern die Wahrheit den Konsens.

Quelle: Ratzinger, Einführung in das Christentum (1968)

Wer seine Politiker und die Presse über Wahrheitsfragen entscheiden läßt, gerät nicht zu Unrecht in den Verdacht, in einer Bananenrepublik zu leben.

Drei haben wir noch:
Ganz alt und unmodern
Nehmen Sie Ihren Hut, Herr Maas
Maas – geht gar nicht