Verbotene Waffen – Springmesser

Das Waffengesetz enthält eine lange Auflistung von verbotenen Waffen mit erheblichen Strafvorschriften. Wir werden hier in loser Folge einige dieser Waffen vorstellen.

Der Stein des Anstoßes: Springmesser

Wer beispielsweise ein Springmesser erwirbt, besitzt, überlässt, führt, verbringt, mitnimmt, herstellt, bearbeitet, instand setzt oder damit Handel treibt, muß mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe rechnen, § 52 Abs. 3 Nr. 1 WaffG.

Die Anlage 1 Abschnitt 1 Unterabschnitt 2 Nr. 2.2.1 zum Waffengesetz erklärt was Springmesser sind:

2.1 Messer,
2.1.1 deren Klingen auf Knopf- oder Hebeldruck hervorschnellen und hierdurch oder beim Loslassen der Sperrvorrichtung festgestellt werden können (Springmesser),

Diese Messer werden vom Gesetz als verbotene Waffen bezeichnet. Es gibt jedoch einfache Ausnahmen, wie Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.4.1 zum Waffengesetz festschreibt:

Hiervon ausgenommen sind Springmesser, wenn die Klinge seitlich aus dem Griff herausspringt und der aus dem Griff herausragende Teil der Klinge

  • höchstens 8,5 cm lang ist und
  • nicht zweiseitig geschliffen ist;

Es gibt also zwei rechtlich verschiedene Formen von Springmessern. Beiden gemein ist, daß es keine Werkzeuge, sondern Waffen im Sinne des WaffG sind. Das nicht verbotene Springmesser soll als gekorene Waffe gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 2b WaffG anzusehen sein, so auch der BGH

Der Unterschied ist klein, aber in der Folge erheblich

Die weit verbreiteten Böker-Messer lassen die Klingen seitlich aus dem Griff herausspringen und die Klingen sind höchstens 8,5 cm lang. Diese Messer sind nicht verboten, der Erwerb und Besitz ist erlaubt. Mit hoher Strafbewehrung verboten sind die Springmesser, deren Klinge nicht seitlich herausspringt oder deren Klinge länger ist.

Und wenn Sie nun ein nicht verbotenes Springmesser erlaubt besitzen, führen (die tatsächliche Gewalt darüber außerhalb der eigenen Wohnung, Geschäftsräume, des eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte ausüben) dürfen Sie es – es ist ein Einhandmesser – trotzdem unter Bußgeldandrohung im Regelfall nicht. Die Einzelheiten dazu haben wir hier aufgelistet: Du sollst keine Messer führen

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Waffengesetz und fragen Sie Ihren Anwalt oder Abgeordneten.

1 Antwort
  1. Meinereiner
    Meinereiner sagt:

    Golfer benutzen „Pitchgabeln“ um durch senkrecht aus großer Höhe auf das „Grün“ auftreffende Bälle entstandene Vertiefungen, die Pitchmarken, im empfindlichen Rasen auszubessern. In der Regel sieht die Pitchgabel aus wie ein umgedrehtes „u“, zb https://de.wikipedia.org/wiki/Pitchgabel

    Nun gibt es auch kompakte Pitchgabel, („Pitchfix“) die einem Springmesser änlich sind, da die spitz angeschliffene Gabel seitlich aus dem Griff herausspringt und verriegelt. Die Gabelspitzen sind dabei ca. 5 cm lang. Siehe zb: https://www.golflaedchen.de/Pitchfix-Original-Pitchgabel-1021200601.html?campaign=Froogle&number=1021200601

    Es handelt sich im Ergebniss nicht um ein Messer, aber eine Stichwaffe. Würden Sie rechtliche Schwierigkeiten beim „Führen“ des Fitchfix a) auf dem Golfplatz; b) auf dem unmittelbaren Weg dorhin und c) im Alltag sehen?

    Beste Grüße aus Düsseldorf

    Antworten

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